Auswirkungen in Berlin nach Änderung Sportbootvermietungsverordnung

Berlin - Sportsbootsführerschein - Regelung
Berlin Spree – Sportsbootsführerschein

Aus für viele Gewerbetreibende? Schwinden der bunten Vielfalt auf dem Wasser? Gewerbliche Sportbootvermieter mit Schulterschluss?

Zum 01.01.2013 trat eine neue Verordnung des Bundesverkehrsministerium in Kraft, die den Gesamtmarkt der Sportbootvermietung verändert. Eingestufte Sportboote dürfen laut dieser Regelung nicht mit einem gestellten Bootsführer bzw. Skipper vermietet werden. Das Boote mieten ist zudem auch nur noch durch Privatpersonen möglich. Firmenveranstaltungen oder Hochzeitsfeiern – die Gruppenbeförderung scheint nur noch auf den klassischen Fahrgastschiffen möglich wie bspw. der Weisse Flotte Potsdam GmbH.

Das Vorbei für historische Backdecker, Salonschiffe, solarbetriebene Katmarane oder Flöße wie von Hauptstadtfloss? Auf Berliner Gewässern entstand gerade in den letzten 15 Jahren eine bunte Vielfalt. Viele restaurierte Klassiker der Bootsmanufaktur Berlin fanden den weg zum Yachtcharter beim Schiffskontor und belebten die Spree und ihre Arme. Und im Plan ist der Ausbau auch in Form von Häfen. An der Mediaspree durfte sich der Käufer der Wiese an der Arena dazu verpflichten, einen historischen Hafen zu errichten. An der Europacity soll ein Sportboothafen entstehen. Aber wozu nun noch? Eine Übergangregelung gibt es derzeit nicht für die 50 bis 80 Firmen und ihre 150 bis 200 Schiffe zwischen Ostsee und Dresden. Wer keinen Bootsführerschein besitzt, der muss auf eigene Events auf dem Wasser verzichten oder bei den großen Reedereien buchen.

Die großen Fahrgastschiffe bzw. „Dampfer“ profitieren wohl besonders von der neuen Regelung. Ihnen wird der Wettbewerb durch kleinere Schiffe durch diese Regelung regelrecht vom Wasser gefegt. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken. Es klingt ähnlich wie bei den Diskussionen zu privaten Zimmervermittlung über Portale wie Airbnb, Housetrip, 9flats oder Wimdu. In diesem Falle macht sich die Hotel-Lobby gegen den neuen Wettbewerb der Privatanbieter stark. Ähnliches könnte man auch hier vermuten. Gerüchte sind im Umlauf. Aber es wird auch gemunkelt, dass die betroffenen Firmen ihre Existenz nicht aufgeben werden. Auf Verlorene-Vielfalt.de wird ausführlich informiert.

Berliner Zeitung,Sächsische Zeitung, Berliner Morgenpost oder Tagesspiegel berichteten in den letzten Wochen zum Stand des Widersprechens. Wünschen wir den betroffenen Firmen und Berlin eine positive Regelung!

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